In dieser Ausgabe

Mehrere FHS-Standorte erhalten gemeinsame ISO-Zertifizierung


Alles richtig gemacht für die große Qualitätsaudit nach dem ISO-Standard: Mit Erfolg haben gleich drei europäische Standorte von Fluid Handling Systems ihre ISO-Zertifizierung erhalten und wurden damit erstmals gemeinsam zertifiziert.

Als Fluid Handling Systems Europe (FHSE) im April die Zertifizierung nach ISO/TS 16949 erhielt, war das ein voller Erfolg. ISO/TS 16949 ist der neue internationale Standard für Qualitätsmanagementsysteme in der Automobilindustrie. Die neue ISO-Norm ersetzt damit die einzelnen länderspezifischen Standards, wie zum Beispiel ISO 9001 in Deutschland oder QS 9000 in den USA.

In seinen deutschen Anlagen in Hockenheim und Marsberg sowie in seiner französischen Fabrik in Creutzwald fertigt FHSE Kunststoff- und Stahlrohre, Steckanschlüsse und Spritzguss-Komponenten für Fahrzeuge. Da die Zertifizierung nach TS 16949 nicht vor Ende 2004 erforderlich ist, ist FHSE jetzt mit der erfolgreich bestandenen Audit der Konkurrenz einen wichtigen Schritt voraus.

Auch der von FHSE für die Zertifizierung verfolgte Ansatz hat sich als großer Vorteil herausgestellt. "Statt die drei Anlagen und die Geschäftszentrale getrennt voneinander auf das Audit vorzubereiten, haben wir ein Gemeinschaftsgefühl geschaffen - nicht nur für uns, sondern auch in den Augen unserer Kunden", erklärt Siegfried Baier, General Manager von FHSE.

Baier und der FHSE-Qualitätsbeauftragte Wolfgang Maier legten nicht nur die Ziele, Termine und Vorgehensweise fest, sondern gestalteten den Zertifizierungsprozess so allumfassend und demokratisch wie nur möglich. Dabei wurde auf ein Höchstmaß an Zusammenarbeit großen Wert gelegt. Einige Beispiele:

  • Die Qualitätsbeauftragten aller drei Standorte trafen sich häufig, um sich hinsichtlich des erreichten Fortschritts und den nächsten erforderlichen Schritten miteinander abzustimmen. Als kleines Detail am Rande machte sich auch die Auswahl der Veranstaltungsorte für die Treffen bemerkbar. "Statt die Treffen fix in unserer Geschäftszentrale in Hockenheim abzuhalten, haben wir uns immer an einem anderen der drei Standorte getroffen", erklärt Maier. "Dadurch fiel der Umfang der Geschäftsreisen für alle gleich aus, alle fühlten sich gleichberechtigt und nicht zuletzt wurde so auch die Moral gestärkt."


  • Die 200 Seiten starken Qualitätshandbücher für jede Anlage wurden durch ein einziges, vereinfachtes Handbuch mit einem Umfang von 80 Seiten ersetzt. An dem Handbuch arbeiteten nicht nur die Qualitätsbeauftragen mit. Stattdessen wurden die einzelnen Kapitel von den Experten in der jeweiligen Anlage geschrieben und zur Überarbeitung und Prüfung an andere Abteilungen, einschließlich des Vertriebs, weitergeleitet. Das Handbuch liegt jetzt in Deutsch und Französisch vor und enthält keine doppelten Abschnitte mehr, die frühere Versionen so umfangreich machten. "Das neue Handbuch stößt auf viel größere Akzeptanz und wird in der Praxis tatsächlich eingesetzt, statt irgendwo im Schrank zu verstauben", erklärt Baier.


  • Als Teil der Vorbereitung hielt Maier in jedem Standort Schulungen ab. In Creutzwald stand ihm dabei ein französischer Dolmetscher zur Seite. Die Mitarbeiter wurden ermutigt, offen Fragen zu stellen und auch ihre Bedenken hinsichtlich der einheitlichen Richtlinien zu benennen, die TS 16949 mit sich bringt. Die Beteilung der Mitarbeiter machte sich somit positiv bemerkbar.
Die einheitliche Zertifizierung von drei Standorten statt der einzelnen Zertifizierung jeder Anlage spart auch Zeit und Geld. Durch das gemeinsame Audit für die jährliche Zertifizierungsbestätigung können allein rund 9.000 Euro Gebühren für die Auditoren eingespart werden. Gleichzeitig verkürzt sich die Vorbereitungszeit auf 10 bis 15 Werktage und erfordert weniger Federführung durch das Management.

Das Erreichen dieses wichtigen Qualitätsmeilensteins vor der Konkurrenz haben die Einrichtungen laut Baier vor allem der FHSE-Belegschaft zu verdanken. Besonders das Engagement von Maier und seinen Qualitätsmitstreitern Pascal Ditsch, Thomas Krenzke und Wolfgang Muehlbauer sowie die uneingeschränkte Unterstützung der Werksleiter Karl-Heinz Link (Hockenheim), Uwe Wuest (Marsberg) und Patrick Claus (Creutzwald) haben maßgeblich zu dem Erfolg beigetragen.
Dieser Einsatz von vereinten Kräften ist auch an der Unternehmenskultur von FHSE nicht spurlos vorbeigegangen. "In der Vergangenheit haben sich die Abteilungen gegenseitig wie firmeneigene Zulieferer und Kunden, nicht jedoch wie ein einziges Team behandelt", sagt Maier. "Trat ein Problem auf, waren alle schnell mit Schuldzuschreibungen bei der Hand und weigerten sich, die Probleme vom Standpunkt des anderen zu sehen. Jetzt betrachten wir Probleme als etwas, für das wir alle verantwortlich sind und an deren Lösung wir auch alle gemeinsam arbeiten."

Baier fügt hinzu: "Wir haben den Zertifizierungsprozess als Chance und nicht als Belastung verstanden. Diese Herangehensweise hat letztlich zu vielen positiven Entwicklungen geführt."



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