In dieser Ausgabe

WET rettet eine trockene Insel
Die Löschhydranten auf der Insel Toas waren schon seit sechs Jahrzehnten nicht viel mehr als vertrockneter Straßenschmuck. Heute spenden sie wieder Wasser, und die Einwohner trinken Frischwasser aus dem See, der sie umgibt, und dies alles dank des WET-Entsalzungssystems von Sanitaire.



Die Insel Toas in Venezuela liegt mitten im Maracaibo-See, einst einer der größten Süßwasserseen der Welt. In den vergangenen 60 Jahren glich sein gesamtes Wasser jedoch leider eher wasserfarbener Tinte. Auf der Jagd nach Erdöl unter dem See wurde der See für den Gütertransport durch einen Kanal mit dem Meer verbunden. Dadurch konnte Meerwasser eindringen, wodurch das Seewasser nicht mehr zum Trinken, Kochen oder für andere Alltagsbedürfnisse zu gebrauchen war.

So saßen die Inselbewohner quasi auf dem Trockenen und waren abhängig von einer korrodierenden Wasserleitung vom Festland, die nur zweimal pro Woche für vier Stunden in Betrieb war, sowie von einem rostigen, unzuverlässigen Flachkahn, der zweimal pro Woche Wasser beförderte, wenn er nicht gerade defekt war.

"Für die Menschen auf der Insel war Wasser wie Gold", sagt Mainor Vega, Business Manager für Lateinamerika bei Sanitaires Water Equipment Technology (WET).

Das ist Vergangenheit. Dank WET (zu deutsch: nass) ist die Insel Toas nicht mehr trocken. In diesem Jahr schloss das Unternehmen mit Sitz in Florida die Installation eines Umkehrosmose-Entsalzungssystems ab, das täglich 1,5 Millionen Liter Wasser zu den Einwohnern von Toas pumpt. Auf viele Insulaner wirkt das Vorhandensein von Süßwasser wie ein Wunder, doch es ist eher das Ergebnis intelligenter Ingenieurleistungen und harter Arbeit des WET-Teams.

"Viele andere Unternehmen gleichen Robotern, die nur aus dem Katalog verkaufen, doch wir wussten, dass dieser Auftrag nach einem System verlangte, das für die schwierigen Bedingungen vor Ort konstruiert ist", sagt Vega.

Ein Hauptmerkmal bei der Konstruktion war der Bau eines Systems, das in seinen Betriebsparametern flexibel war. Abhängig vom Gezeitenwechsel und jahreszeitlichen Veränderungen ändert sich der Salzgehalt in dieser Region des Maracaibo-Sees drastisch - von 8.000 ppm bis hin zu Meerwassergehalten von 32.000 ppm. Je höher der Salzgehalt, desto mehr Druck ist nötig, um Wasser durch die Umkehrosmosemembranen zu drücken.

Das System von WET ist so angelegt, dass die Bediener ständige Messungen durchführen und die entsprechenden Druckeinstellungen vornehmen können.

Die Weltgesundheitsorganisation definiert für Frischwasser einen maximalen Salzgehalt von 1.000 ppm. In den USA muss Trinkwasser unter 500 ppm liegen. Das auf der Insel Toas installierte Umkehrosmosesystem für Meerwasser von WET liefert Wasser mit einem Salzgehalt unter 100 ppm.

Nach seiner Konstruktion musste das System von WET per Schiff und LKW zu der abgelegenen Insel transportiert werden. Es werden Pumpen von ITT Industries Goulds verwendet, um das Wasser vom See zu den Klärtanks, zum Multimedia-Filter-System und schließlich zu den Umkehrosmosesystemen zu transportieren. Das Wasser aus der Entsalzungsanlage wird durch Rohrleitungen von mehr als 10 Kilometern Länge zu einem Speicherbehälter für 1,5 Millionen Liter geschickt, der sich am höchsten Ort der Insel befindet. Den Rest erledigt die Schwerkraft: Sie bringt Frischwasser zu den 2.500 Haushalten auf der Insel.

Vega verbrachte fast einen Monat auf der Insel und arbeitete 15 Stunden am Tag, um die Installation der Systems zu beaufsichtigen und die Bediener auszubilden. Er räumt ein, dass manche Tage ein Kampf waren, wenn er sich mit verzwickten politischen Angelegenheiten und Problemen wie dem Fehlen zuverlässiger Energiequellen befassen musste. Jedoch wird er nie vergessen, wie das WET-System die Insel auf sehr menschlicher Ebene veränderte.

"Am Tag, als das Wasser kam, spielten vor meinem Fenster um 2 Uhr in der Frühe Kinder im Schlamm, weil sie gar nicht glauben konnten, dass es so viel überschüssiges Wasser gab, dass Schlamm entstehen konnte. Das Lächeln auf den Gesichtern war unglaublich und sehr wirklich", erinnert er sich.

Das Wasser verändert die Insel auch in größerem Maßstab.

"Als wir anfangs auf die Insel kamen, funktionierte keiner der Löschhydranten. Jetzt denkt man daran, kleine Hotels zu eröffnen und den Tourismus aufzubauen", sagt Vega. "Dieses Gebiet ist eines der ärmsten in Venezuela, aber mit dem Wasser hat man hier nun eine Hoffnung und eine Zukunft."


Nächster Bericht

 
    Schicken Sie uns Ihre
    Ideen für Berichte