In dieser Ausgabe

Zwei VBSS-Projekte, die "den Kunden berühren".

In der Herbstausgabe 2003 von In Our Handssprach Six-Sigma-Experte George Eckes über einen wichtigen Wandel, der für Unternehmen nötig ist, die auf dem Wege sind, Six Sigma zu einem Teil ihrer Kultur zu machen.

"In den Anfangsjahren ist es sehr verlockend, die Investition in Six Sigma zu rechtfertigen, indem man einzig an 'Effizienzprojekten' arbeitet, die Kosten ausschalten. Damit Six Sigma aber dauerhaft greift, muss man zu 'Wirksamkeitsprojekten' übergehen, die sich auf den Kunden auswirken", sagte er.

Bei ITT Industries findet dieser Wandel ganz offensichtlich statt, wie zwei aktuelle Value-Based-Six-Sigma-Projekte beweisen, die vom bearbeiteten Problem her sehr ähnlich sind -- es geht Beschleunigung internationaler Versandvorgänge -- , sowie von der Tatsache her, dass ihre Lösungen sich mehr auf die Kundenzufriedenheit konzentrieren als auf Kosten:


Night Vision: Beschleunigung von Exportlizenzen
In den vergangenen fünf Jahren sind internationale Umsätze bei Night Vision sprunghaft angestiegen -- von 20 Prozent des Geschäftes 1997 auf 50 Prozent des Geschäftes heute. Mit dem Anstieg der Exporte kamen auch zusätzliche zeitintensive Verwaltungsprobleme im Zusammenhang mit der Einhaltung von Exportbestimmungen auf, und diese Probleme beeinträchtigten zuweilen die fristgerechte Lieferung.

Es kam einmal soweit, dass mehr als die Hälfte aller anstehenden Lieferungen sich durch Probleme mit Exportpapieren verzögerten. Die Abteilung Exportverwaltung erkannte die Notwendigkeit der Entwicklung eines Systems, das vorhandene interne Datenbanken gezielt einsetzte. Hauptsächlich verantwortlich dafür war der umständliche Vorgang der Beantragung von Exportlizenzen, den das U.S. State Department forderte, um dadurch alle militärischen Ausrüstungen von Bedeutung, die an Regierungen im Ausland verkauft wurden, zu dokumentieren.

Um den Exportprozess zu beschleunigen, erarbeitete auf Bitte der Exportverwaltung ein VBSS-Team unter Leitung von Blackbelt Lisa Highberger eine grafische Darstellung des Lizenzierungsprozesses und entdeckte, dass Lizenzinformationen von Papierdokumenten auf Papierdokumente abgeschrieben wurden. Die Lösung war die Schaffung einer elektronischen Verbindung zwischen einem bestehenden Order-Management-System (OMPI - System zur Auftragsverwaltung) und einem neu erstellten Export Licensing Input & Process Tracking (ELIPT - System zur Exportlizenzierungseingabe & Vorgangsverfolgung).

Die OMPI-Daten sind automatisch im ELIPT-System vorhanden; dadurch werden das manuelle Abtippen und die damit einhergehenden Fehler vermieden. Außerdem verwendet ELIPT ein "Poke Yoke"-System (fehlersicheres System), das die Nutzer nicht weitergelangen lässt, bevor nicht alle Anforderungen erfüllt sind, wodurch zeitaufwendige Auslassungen verringert werden. Das System hat farbkodierte Felder, anhand derer die Nutzer schnell sehen, welche Aktionen noch ausgeführt werden müssen.

Lizenzen werden jetzt in weniger als vier statt siebenTagen übermittelt. Treten unerwartete Probleme auf, so kann Night Vision durch das ELIPT-System schnell zum gewohnten Gang zurückkehren -- mit durchschnittlichen Verzögerungen von einem Tag, statt neuntägigen Verzögerungen. Am wichtigsten ist jedoch, dass Kunden ihre Produkte schneller erhalten.


Bell & Gossett: Beschleunigung internationaler Versandvorgänge
Kunden von Bell & Gossett außerhalb der USA erhalten jetzt ihre Pumpen schneller als noch vor einem Jahr. Statt innerhalb vier Tagen zwischen Auftragsbereitstellung und Versand gehen internationale Produkte jetzt innerhalb von nur zwei Tagen hinaus.

"Die Kunden merken das -- wir bekommen positives Feedback, besonders von Kunden, die Eilaufträge aufgegeben haben und ihre Pumpen schnell brauchen", sagt Blackbelt Vince Walsh, der ein VBSS-Team durch das "Exportverteilungsprojekt" hindurch führte.

Das Team verkürzte die Versandzeit, indem es den Vorgang der Schreibarbeiten verkürzte. Für jeden internationalen Versand sind verschiedene Exportdokumente erforderlich, zum Beispiel ein Frachtbrief, Lieferanweisungen und die Exporterklärung des Verfrachters. Bisher gab man bei Bell & Gossett die Daten in Tabellen unter Word und Excel ein. Um diesen Schritt zu eliminieren, fasste das Team die Systeme der Lagerverwaltung, Gesamtdokumentation und Auftragseingabe zusammen, so dass viele der Exportinformationen automatisch in den Exportdokumenten erfasst sind.

Außerdem fand das Team noch andere Möglichkeiten, den Versandvorgang um Stunden oder Tage zu verkürzen. Versandanforderungen des Kunden -- zum Beispiel der gewünschte Löschhafen -- wurden schon früher im Auftragseingabevorgang erfasst, wodurch Last-Minute-Verzögerungen ausgeschaltet wurden, die durch das Warten auf letzte Versandvorschriften bezüglich des Transportweges verursacht wurden.

Das Team verkürzte dadurch nicht nur die durchschnittliche Distributionszeit um 53 Prozent, sondern erreichte auch eine Minderung der Durchsatzvariationszeiten um 70 Prozent, was für Kunden bedeutet, dass sie nun eine bessere Vorstellung davon bekommen, wann genau sie ihre Lieferung erhalten.


 
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