In dieser Ausgabe

Talent in der Öffentlichkeit
Die Kollegen, die man als hervorragende Ingenieure oder superorganisierte Büroleiter kennt, haben außerhalb des Büros möglicherweise völlig andere Begabungen. Und in vielen Fällen genießt ihr Alter Ego die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit.

Im Folgenden das Profil eines ITT-Industries-Mitarbeiters - Joseph Barbaccia - der wegen seiner Kunst im Licht der Öffentlichkeit steht.


Vor drei Jahren, in Folge der terroristischen Anschläge auf das Pentagon am 11. September, traf Joseph Barbaccia einen Entscheidung, die sein Leben veränderte. Er ging auf die 50 zu und beschloss, dass es nun Zeit sei, sich seiner Kunst zu widmen - daher nahm er eine halbe Stelle als Grafiker beim ITT-Industries-Unternehmen Advanced Engineering & Sciences (AES) an, wodurch er vier Tage in der Woche Zeit hatte, seinen Traum als Künstler mit verschiedenen Medien verfolgen.

"Ich wollte den Weg vollenden, den ich im College begonnen hatte," sagt er. "Es war nicht immer leicht, aber in vielerlei Hinsicht war es die richtige Wahl."

Durch sein neu erwachtes Engagement für sein Kunsthandwerk stieg die Anerkennung für ihn als Künstler in der Region Washington, D.C. Während er mit seinen Konstruktionen aus Wolle, Glas, Holz und Perlen über die Jahre immer wieder in Galerien vertreten war, wurde er in den letzten paar Jahren eingeladen, sein Werk in einigen der bekanntesten Galerien und Museen in D.C. auszustellen. Außerdem wurde er zweimal ausgewählt, Arbeiten zu öffentlichen Kunstprojekten mit Förderung durch die Regierung beizusteuern.

Im Jahr 2000 nahm er am Projekt "Party Animal" ("Parteitier") teil, und sein Entwurf eines bemalten Esels (Symbol der Demokratischen Partei) war eines der 200 Werke, die aus 2200 eingereichten Arbeiten ausgewählt wurden. 2004 gehörte er erneut zu den wenigen Künstlern, die für "Pandamania" ausgewählt wurden. Hierbei wurden im Verein mit dem Nationalzoo riesige Pandastatuen individuell gestaltet und in ganz D.C. ausgestellt. Sein Panda mit chinesischem Bezug ist derzeit an der Kreuzung 12th/G Street zu sehen und wird im Oktoberzusammen mit den übrigen Statuen zum Wohle der Washington D.C. Commission for the Arts (Kunstausschuss) versteigert.

Nun scheint es zwar wenig Gemeinsamkeiten zwischen dem Entwerfen von Postern für AES und dem Bemalen von Pandastatuen für den öffentlichen Raum zu geben, doch Barbaccia sieht dennoch einige Parallelen.

"Am meisten gefällt mir an Kunst, dass man eine Vision zur Vollendung führen kann," sagt er. "Sowohl bei meinem Grafikdesign als auch bei meiner künstlerischen Arbeit muss ich genau planen, wie ich meine Vorstellung umsetzen werde, und mir dann die Mittel beschaffen, die ich brauche, um dies zu verwirklichen. Bei meiner AES-Arbeit ist der Anteil der Zusammenarbeit größer, doch in beiden Fällen ist es ein kreativer Prozess und es kommt darauf an, den besten Weg zu finden, meine Vision zu verwirklichen."

Barbaccia sagt, dass sein Leben jetzt, da er seiner persönlichen Kunst mehr Zeit widmet, erfüllender sei.

"Man muss mit der Unsicherheit leben können, die damit verbunden ist, dass man in einen Bereich einsteigt, den man liebt, ohne davon unbedingt leben zu können," meint er. "In Künstlerkreisen gibt es einen Witz über den Unterschied zwischen einem Laien- und einem Berufskünstler: Der Laie hat einen Vollzeitjob um seine Kunst zu finanzieren; ein Profi hat eine Frau, die einen Vollzeitjob hat, um seine Kunst zu finanzieren. Ich nehme mal an, dass ich nach diesem Maßstab ein professioneller Künstler bin - und das wollte ich schon immer sein."

Wenn Sie mehr über Joseph Barbaccia lesen und seine Arbeiten sehen möchten, besuchen Sie seine Website unter www.paradisestudio.com.




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