Jugendtrainer

Sven Hahnsch hilft deutschen Teenagern beim Einstieg in den American Football.

 

In einem Alter, in dem die meisten froh wären, ein Vorbild zu haben, ist Sven Hahnsch selbst eins.

Der 26-jährige, der in Deutschland für ITT Flygt-Pumpen verkauft, ist Cheftrainer einer Football-Jugendmannschaft in seiner Heimatstadt Braunschweig. Es handelt sich um Football -- nicht Fußball! -- und Sven ist stolz darauf, seine Zeit ehrenamtlich darauf zu verwenden, älteren Teenagern in seinem fußballverrückten Land eine Randsportart näher zu bringen.

"Nicht jeder ist für Fussball geeignet", sagt Sven. "Im American Football aber ist Platz für jeden -- von kleinen, schnellen Runnern bis zu großen, langsamen Blockern. Es ist eine andere Sportart und eine andere Möglichkeit, Kids zu beschäftigen und von der Straße zu holen."

Obwohl er ebenso jung wirkt wie manche seiner 16- bis 19-jährigen Spieler, hat Sven als Trainer großen Einfluss. Er begann im Alter von 16 Jahren Football in der Jugend zu spielen und stieg zwei Jahre später in die Männerliga auf. Er spielt noch immer Tight End und Fullback bei den Braunschweig Lions und verhalf dem Team in diesem Jahr zu seinem zweiten Sieg in der deutschen Meisterschaft -- dem German Bowl. Das ist die höchste Stufe des Club-Football in Deutschland, und daher hören die mehr als 60 Spieler der Junior Lions gut zu, wenn er spricht.

"Ich brülle oder schreie meine Spieler nicht an, denn ich möchte, dass sie den Kopf oben -- und nicht gesenkt -- haben, wenn ich sie unterrichte. Meine Hauptlektionen sind harte Arbeit und Teamarbeit. Wir können alles erreichen -- alles! -- wenn wir es alle gemeinsam tun und unser Allerbestes geben", sagt er und fällt dabei in den Trainer-Modus.

Sein stolzester Moment als Trainer kam im letzten Jahr in einem verlorenen Spiel. Die Junior Lions spielten zu Beginn der Partie schlecht und fielen weit zurück. Doch dann rauften sie sich zusammen, hörten auf das Wort ihres Trainers Hahnsch über Teamarbeit und setzten zu einem erstaunlichen Comeback an, bei dem sie nur knapp verloren. 

"Sie haben sich die Seele aus dem Leib gespielt", erinnert er sich. "Das gefällt mir so, wenn ich junge Leute trainiere -- sie hören tatsächlich, was man sagt und tun alles, um es umzusetzen."

Während der deutschen Football-Saison von April bis Oktober ist Sven sieben Tage die Woche auf dem Platz, wo er übt, spielt oder andere trainiert. Er verbringt außerdem jeden Abend zahllose Stunden mit der Ausarbeitung von Spielstrategien für den nächsten Gegner der Junior Lions. In diesem Jahr zahlte sich die Arbeit aus -- die Junior Lions beendeten die Spielsaison mit einem dritten Platz in der höchsten Jugendliga Deutschlands.

Sven ist nach ITT-Jahren ein junger Mann, aber nach Football-Jahren ein alter Hase. Knieverletzungen zwingen zu der Überlegung, seine Cleats nächstes Jahr an den Nagel zu hängen, doch Pfeife und Trainermütze wird er so schnell nicht abgeben.

Seine Ziele für das nächste Jahr? Als Erste durchs Ziel gehen und an der Seitenlinie cool bleiben, wenn die Anweisungen der Schiedsrichter nicht zu Gunsten der Lions ausfallen. 

"Manchmal übermannt mich mein Temperament", gibt er zu, "aber als Coach muss man das leben, was man lehrt. Wenn ich von meinen Kids verlange, dass sie mit kontrollierter Leidenschaft spielen, dann muss die auch als Trainer bewahren."

So spricht ein echtes Vorbild.


 
 


Sven Hahnsch spielte mit den Braunschweig Lions bei den deutschen Meisterschaften German Bowl 2006, während er gleichzeitig die Junior Lions trainierte.