
ITT Kampffunkgeräte dienen als "Navigationsgerät" im Kriegsstaub

Mit RBCI-Software ausgestattete ITT SINCGARS - Kampffunkgeräte senden automatisch ein Signal aus, um angreifende US-Flugzeuge oder -Artillerie auf die Anwesenheit befreundeter Streitkräfte im Zielbereich aufmerksam zu machen.
Die neue ITT-Technologie stattet Funkgeräte so aus, dass sie die Truppen vor Angriffen durch die befreundeten Streitkräfte schützen.
Erstmals in den achtziger Jahren entwickelt, wird das bewährte IIT- Kampffunkgerät bald auf dem Schlachtfeld eingesetzt.
Neben seiner traditionellen Rolle bei der Unterstützung von Befehls- und Kontrolloperationen, wird das taktische SINCGARS (Single Channel Ground and Airborne Radio System) Kampffunkgerät aufgerüstet, um eine zusätzliche Funktion für die US-Armee zu übernehmen: um als "Navigationsgerät" zu dienen und somit unerwünschte Verluste durch Angriffe der befreundeter Streitkräfte zu verhindern.
ITT hat eine neu Software entwickelt, die es SINCGARS-Funkgeräten ermöglicht, automatisch ein Signal auszusenden, um angreifende US-Flugzeuge oder -Artillerie auf die Anwesenheit befreundeter Streitkräfte im Zielbereich aufmerksam zu machen.
Und so funktioniert es: Das von den angreifenden US-Streitkräften verwendete SINCGARS überprüft den Zielbereich auf das Vorhandensein anderer SINCGARS. Wenn sich im Zielbereich irgendwelche, mit der neuen RBCI (Radio Based Combat Identification) -Software von ITT ausgestatteten Geräte befinden, dann senden diese ihre per Satellit erzeugten Koordinaten innerhalb von zwei Sekunden an die Angreifer zurück. Die Soldaten brauchen selbst nichts zu tun — die Funkgeräte senden ihre Signale automatisch aus.
Ein schnelles Abberufen der Waffenanwendung könnte somit einen der tragischsten Zwischenfälle bei der Kriegsführung verhindern — ebenso die irrtümlich, durch die eigenen Kameraden verursachten Verletzungen und Todesfälle.
"Die neue Technologie verleiht Funkgeräten diese zusätzliche Abfrage-und-Antwort-Fähigkeit, ohne ihre primäre Kommunikationsfunktion zu reduzieren", so John Wentworth, ITT-Leiter für Programmierung.
Ein weiteres großes Plus der RBCI-Software ist, dass sie ganz leicht während einer Routine-Wartung in SINCGARS-Funkgeräte installiert werden kann, die bereits im Einsatz sind. "Wir haben über 300.000 Funkgeräte, die bereits installiert und als Navigationsgeräte zur Zielidentifikation einsatzbereit sind", sagt Wentworth.
Das SINCGARS-Verwaltungsbüro der Armee teilt mit, dass es mit den bisherigen Testergebnisse sehr zufrieden ist. In einer multinationalen Militärübung, "Operation Bold Quest" genannt, im letzten Herbst, wurden Signale an die angreifenden Flugzeuge des Typus F-15 und F-16 Signale durch RBCI- Funkgeräte zurückgesendet, und sie führten zum Abbruch der 21 simulierten Angriffen gegen befreundete Streitkräfte.
Wenn die abschließenden Tests genau so gut laufen, könnten, so die Armee, Kampffunkgeräte mit der RBCI-Aufrüstung bis zum Jahr 2009 zum Einsatz kommen.
RBCI ist die neuste in einer fortlaufenden Serie von Verbesserungen, die ITT seit ihrer ersten Lieferung der SINCGARS-Kampffunkgeräte an die Armee Mitte der achtziger Jahre an diesen Geräten vorgenommen hat. Heute stellt das Unternehmen im Rahmen eines 2004 abgeschlossenen 2,5-Milliarden-Dollar-Vertrages den größten Teil der auf dem Schlachtfeld erprobten Funkgeräte für die Armee her.
RBCI-Technologie wird außerdem in ein Gerät installiert, welches Leben von Soldaten retten kann, die keine Kampffunkgeräte bei sich zu führen. Kleine "Responder-Boxen", die weniger als 1.000 US-Dollar kosten und einzig und allein Identifizierung entwickelt wurden, können zu Schutzzwecken in Rucksäcken mitgeführt werden.